Musik und Texte zur Weihnachtszeit im Oberstenfelder Stiftskeller
Wolfgang Seybold
Zu einer besinnlichen Stunde mit Musik und Texten lud am zweiten Adventsabend der Kulturverein Oberes Bottwartal in den Oberstenfelder Stiftskeller ein.
Das Gewölbe war mit rund 50 Zuhörern gut besucht. Die Gestaltung des musikalischen Rahmenprogramms übernahmen junge Künstler aus der Region, die, bis auf wenige Ausnahmen,
beim Wettbewerb "Jugend musiziert" und anderen Musikauftritten mit Preisen für ihr Können ausgezeichnet wurden.
Martin Hinze las aus Texten, die in irgendeiner Weise mit dem nahen Weihnachtsfest verbunden waren. Nachdenklich stimmte schon die Eingangsgeschichte mit dem Titel "Weihnachtsfreude".
Eine echte Freude konnte nur die Alte empfinden, die in ihrer Verwirrtheit einen Dieb als ihren heimgekehrten Sohn wahrnahm.
Für die weitere Familie war der Verlust wertvoller Gegenstände alles andere als eine Freude.
Dagegen regte die Erzählung von einem Weihnachtsplätzchen schon zum Schmunzeln an.
In Ich-Form berichtete ein eben fertig gebackenes Brötchen, wie es noch ofenwarm auf dem Weihnachtsteller landete.
Drum herum lagen schon Marzipankartoffeln, Gewürzlebkuchen und Kokosmakronen, die sich in ihrer Farbenpracht und ihrem Duft zu übertreffen versuchten.
Geschichten von dem bekannten alpenländischen Erzähler Karl-Heinrich Waggerl und von Bertold Brecht beleuchteten Weihnachten aus ganz unterschiedlicher Perspektive.
Die Zwischenmusik wurde im ersten Veranstaltungsteil überwiegend von der Familie Kreisel gestaltet.
Der 16jährige Sebastian Kreisel (Violoncello), sein Bruder David (Klavier) und der 11jährige Jonas (Violine) spielten Werke von Matthias Georg Monn (1717 bis 1750),
Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) und Friedrich Seitz (1848 bis 1918).
Ute Rademacher und Vater Andreas Kreisel begleiteten die jungen Künstler auf dem Klavier.
Vom Publikum wurden die Darbietungen mit reichlichem Applaus bedacht.
Nach den Konzertstücken, allesamt in verhaltener Molltonart gesetzt, brachten die von Jonas Kreisel gespielten alten Weihnachtslieder die Zuhörer nicht zum Mitsingen
oder wenigstens zum Mitsummen. Mit der 6. Solosuite von Johann Sebastian Bach, gespielt von Maren Götz auf dem Violoncello, wurde der zweite Veranstaltungsteil eröffnet.
Zusammen mit ihrer Schwester Lea (Violine) glänzte Maren mit der Passacaglia von Johann Halvorsen (1864 bis 1935).
Mit der zeitgenössischen Komposition Libertango von Astor Piazzolla (1921 bis 1992) überzeugten Natalie Auracher (Akkordeon) und Bill Bergelt (Klavier) vor dem Oberstenfelder Publikum.
Text und Bilder: Wolfgang Seybold
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