Schwäbischer Qualitätshumor mit Uli Keuler
von Martin Nied
Oberstenfeld - Es sind Begriffe wie Lachmuskel, Freudentränen oder Zwerchfell, die immer wieder mit ihm in Zusammenhang gebracht werden. Das passt natürlich und trifft dennoch nur zu, wenn man sich etwas näher heranwagt. Denn Uli Keuler ist beileibe keine der Ulknudeln, die neudeutsch Comedians heißen und in Kabarett-Programmen gar nichts zu suchen haben, gleichwohl aber viel zu häufig dort vorkommen.
 Uli Keuler
Spaß im engeren Sinn, sozusagen Clownerei aus dem Discountladen, ist nicht sein Ding. Um die Menschen zum Lachen zu bringen, bedarf es für Uli Keuler der ernsthaften Beschäftigung mit dem Thema Humor. Darüber hat der gebürtige Wendlinger schließlich sogar promoviert. Das Ergebnis: schwäbischer Qualitätshumor mit Lachern, die so solide sind wie der Ruf der Autoschmieden in Stuttgart.
Dafür beobachtet Keuler vor allem das Kleine, Kleinigkeiten, die so klein sind, dass alle anderen gar nicht hinschauen. Er bleibt beharrlich und beginnt über diese Petitessen nachzudenken. Und wenn er dann auch nur eine Winzigkeit Humoriges, Absurdes an ihnen finden kann, presst er das aus ihnen heraus wie ein schwäbischer Streuobstwiesenbesitzer aus seinen Birnen den Most.
So wird eine lange Nacht der Museen eben erst dann witzig, wenn dabei zum Beispiel auch eine "Einführung in die mittelalterliche Empfängnisverhütung mit anschließender Schwangerschaftsberatung" stattfindet. Und die neu gegründete Stiftung zur Rettung des Finanzwesens und seiner Macher ruft die Bevölkerung zu Spenden auf. "Auch eine kleine Spende von nur 35 Euro könnte einem Hedgefond-Manager helfen, dass er seinen Porsche zum Joggen auf einem Behindertenparkplatz abstellen kann."
Seinen Figuren unterstellt er meist eine Mischung aus Kleingeist und Geltungsbedürfnis, das er schließlich ganz en passant als solches entlarvt. Ein Deutscher in Italien über seinen Nachbarn auf dem Zeltplatz: "Fährt dieser Finne doch tatsächlich nach Italien im Urlaub ohne auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen."
Heilbronner Stimme, 19.01.2009
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